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Bericht von Lisa Klose

Es hat alles vor ein-ein-halb Jahren angefangen. Ich hatte das
Gefühl, das ich zu dick bin und habe angefangen eine Diät zu
machen. Ich habe abgenommen und abgenommen und wurde immer
dünner. Das wurde bald zu einem Problem, weil ich nicht mehr
aufhören konnte abzunehmen. Ich bin Magersüchtig geworden und
ich konnte es nicht aufhalten. Meine ganze Familie hat versucht
mir zu helfen, aber ich habe nicht eingesehen, dass ich krank
bin. Wenn man einer Sucht verfallen ist, dann entwickelt man
Pläne um seiner Sucht nach zu gehen. Ich habe oft gelogen, nicht
nur meine Familie habe ich angelogen, sondern auch mich selber.
Es wurde immer schlimmer und ich habe mich kaputt gemacht, aber
auch meine Familie. Ich habe mich total in mich zurück gezogen
und keinen an mich herangelassen. Irgendwann habe ich dann
begriffen, dass ich krank bin und ohne Hilfe diese Krankheit
nicht besiegen kann. Also nach vielen Arztbesuchen habe ich mich
dazu entschlossen eine Therapie zu machen. Zu Anfang war es
richtig schwer über die Krankheit zu reden und sich damit
auseinander zu setzen. In dieser Zeit war ich sehr froh, dass
ich meine Tiere an meiner Seite hatte. Trotzdem kam in mir ein
Wunsch hoch und zwar der einen neuen Hund zu besitzen und zwar
einen der nur mir gehört. Natürlich war dieser Wunsch
schwachsinnig zu dieser Zeit, da ich mich gar nicht richtig um
den Hund kümmern könnte. Ich war viel zu schwach und noch nicht
bereit die Verantwortung für einen eigenen Hund zu über nehmen.
Diese Einsicht hatte ich damals noch nicht, ich war fest der
Überzeugung, das ich allein für ein Hund sorgen könne. In der
Schule, muss man sagen, lief alles richtig gut. Ich habe tolle
Noten geschrieben und wurde immer ehrgeiziger. Das einzig Blöde
war nur, dass meine damals beste Freundin mich total im Stich
gelassen hat. Darüber war ich natürlich enttäuscht, aber ich
habe dadurch gelernt, wer meine wahren Freunde sind und wer
nicht. Dann habe ich mir gedacht, wenn ich keinen eigenen Hund
bekomme, dann werde ich mich trotzdem um einen kümmern. Also bin
ich zur Hundeschule Mühbrook gefahren und habe mir dort einen
Hund ausgesucht mit dem ich regelmäßig spazieren gehen konnte.
Ich habe mir einen Hund ausgesucht namens Apollo und habe viel
über Hunde dazugelernt. Zuhause habe ich dieses nutzen können,
da wir schon eine Hündin hatten ( die ich sehr lieb habe und
immer haben werde, egal wo sie ist ).All diese Sachen habe ich
von dem Hundeschulenbesitzer Ernst Hoff und seiner Frau gelernt,
wofür ich beiden sehr dankbar bin. Natürlich habe ich mich in
Apollo verliebt und wollte ihn unbedingt haben. Es waren viele
Gespräche und gutes Zureden nötig bis meine Eltern "ja" gesagt
haben. Ich habe also meinen " neuen Hund " mit nach Hause
genommen und habe feststellen müssen, dass unser Hund Donna was
dagegen hatte, dass plötzlich ein neuer Hund da war. Da Donna
bei uns die älteren Rechte hatte, musste ich Apollo unter Tränen
wieder zurück geben. Mittlerweile hat er aber ein schönes
Zuhause gefunden und ist dort auch glücklich. Nur für mich ist
eine Welt zusammen gebrochen und es ging mit mir gerade bergauf.
Es war sehr schwer für mich weiterhin positiv zu denken. Aber
ich hatte tolle Unterstützung und so habe ich diese Trauer
überwunden. Noch ein paar Wochen später habe ich es wieder
versucht meine Eltern zu überreden, dass ich einen Welpen haben
darf. Ich war jeden Tag im Internet und habe nach einem
passenden Welpen gesucht. Ich habe es dann geschafft meine
Eltern zu überreden, dass ich mir selber einen Hund kaufen darf.
Die Welt war wieder in Ordnung und ich war richtig glücklich.
Innerhalb von zwei Tagen hatte ich mir im Internet einen Züchter
ausgesucht und dann sind wir von Kiel ganz runter nach Thüringen
gefahren und haben meinen neuen Hund abgeholt. Es war liebe auf
den ersten Blick. Es ist ein kakaobrauner Labradorrüde. Ich habe
natürlich ein bisschen Angst gehabt, dass Donna diesen Welpen
auch nicht akzeptiert, da es kein Welpenschutz gibt. Es ging
dank Ernst Hoff und seiner Frau aber gut. Es war einer der
glücklichsten Momente meines Lebens. Ich gehe jede Woche mit
meinem Hund Monte zur Hundeschule und auch mit mir und meiner
Krankheit geht es eigentlich sehr gut voran. Monte gibt mir sehr
viel Kraft, genau wie meine anderen Tiere und meine ganze
Familie. Ich bin allen so dankbar, weil ohne sie alle hätte ich
das alles nicht geschafft und wäre wahrscheinlich schon längst
in der Klink und müsste Weihnachten in der Klink verbringen. Und
so wie es jetzt ist, ist es deutlich besser. Ich kann
Weihnachten mit meiner Familie und meinen Tieren feiern und habe
einen guten Start ins neue Jahr. Ich wünsche Ihnen allen eine
schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Lisa Klose
 
Lisa mit Hund Monte (Bild links) und mit ihrer Mutter (Bild
rechts) |